Die Schachgemeinschaft Schwäbisch Gmünd hat auch ihr erstes Auswärtsspiel der Saison mit 3:5 verloren. Verglichen mit dem 1. Spieltag zeigten sich die Gmünder zwar leicht verbessert, konnten aber letztlich an fast allen Brettern zu wenig Gewinnchancen entwickeln, um Mannschaftspunkte aus Böblingen mitzunehmen; die einzige Siegpartie des Tages von Maximilian Naß war gleichzeitig auch die einzige, in der irgendeiner der Gmünder jemals einen substantiellen Vorteil hatte.
Petr Velicka opferte am Spitzenbrett gegen Valentin Kuklin früh einen Bauern gegen gewaltige Kompensation, doch dann fand er vermutlich nicht die optimale Fortsetzung. Der Gegner verteidigte umsichtig und konnte die Stellung durch ein eigenes Qualitätsopfer stabilisieren und so das Remis erreichen. An Brett 2 war es Josef Jureks Gegner David Ortmann, der früh einen Bauern opferte, um Josefs Bauernstruktur zu schwächen. Josef drohte einer perfekten Eröffnungsvorbereitung zum Opfer zu fallen und geriet in eine immer schwierigere Stellung. Dann unterlief Ortmann jedoch ein Fehler, der die Stellung völlig unklar werden ließ, wonach die Spieler ins Remis einwilligten.
Neuzugang Vit Vilimek steuerte an Brett 3 die nächste Punkteteilung bei. Gegen Branimir Vujic war er in ein schlechteres Endspiel geraten, doch dank der ungleichfarbigen Läufer konnte Vit die Stellung trotz zweier Minusbauern Remis halten. Jürgen Denk, der sich ebenfalls in dieser Saison der Schachgemeinschaft angeschlossen hat, hatte an Brett 7 leider weniger Glück. In der ersten Zeitnotphase verlor er die Kontrolle über die Stellung und die besser koordinierten Figuren seines Gegners Bernd-Martin Schuh sorgten zunächst für einen Bauern- und schließlich für den Partieverlust. Einen erfreulichen Einstand feierte dagegen Thanusan Sathanandarajah an Brett 8. Gegen Thorsten Schulte geriet er zwar in eine leicht passive Stellung, die er jedoch souverän verwaltete und zum Unentschieden führte. Mannschaftsführer Andreas Weiß war an Brett 6 zwar mit den aktiveren Figuren aus der Eröffnung gekommen - insbesondere sein weißfeldriger Läufer auf d5 machte eine ausgesprochen gute Figur - doch als der Gegner schließlich mit a4 den Damenflügel aufhebelte, öffnete sich die Stellung zu seinen Ungunsten. Damit war die Begegnung beim Stand von 4:2 für Böblingen bereits entschieden, da Gmünd an Brett 5 keinerlei Siegchancen hatte.
Zumindest gelang Maximilian Naß aber noch der einzige Sieg an diesem Tag. An Brett 4 hatte er gegen Karsten Schuh eine Qualität geopfert, dafür jedoch 3 Freibauern erhalten, die unaufhaltsam vorrückten und den Gegner vor unlösbare Probleme stellten. Zu mehr reichte es indes nicht, denn die letzte Partie ging wieder an die Böblinger. Philipp Bergner hatte gegen Ralf Müller an Brett 5 in der ersten Zeitnotphase die Übersicht verloren und einen Bauern geben müssen. Das resultierende Turmendspiel war angesichts zweier gegnerischer verbundener Freibauern eigentlich hoffnungslos, doch nach einer Fülle gegnerischer Ungenauigkeiten erreichte Philipp doch noch eine theoretische Remisstellung. Als die Punkteteilung schon unmittelbar bevorzustehen schien, leistete er sich dann aber einen kapitalen Blackout und ließ sich den König abschneiden und dieses Mal gab Müller den Vorteil nicht mehr her.
Nach diesem völlig verunglückten Saisonstart haben sich die Gmünde Hoffnungen, in dieser Spielzeit wieder vorne mitspielen zu können, bereits nach dem zweiten Spieltag verflüchtigt. In 5 Wochen geht es mit dem Ostalbderby gegen die ebenfalls noch sieglosen Grunbacher weiter. Dann ist ein Sieg fast schon Pflicht, um die Tabellensituation nicht noch prekärer werden zu lassen.